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Pleuramesotheliom - Klinik



 

 

Im Vordergrund der Befunde stehen Luftnot, Rücken- und Brustschmerzen, auch hartnäckiger Husten. Bei der körperlichen Untersuchung kann eine Schrumpfung der betroffenen Seite mit Ausbildung einer Skoliose auffallen. Auskultatorisch kann man unter Umständen ein Nachschleppen der betroffenen Seite oder abgeschwächtes Atemgeräusch hören. Eventuell tastbare Tumormassen in der Brustwand (der Tumor wächst durch Punktionsstellen oder Drainageöffnungen), vollständige oder teilweise Stimmbandlähmung mit Heiserkeit, Horner-Syndrom (Ptosis, Miosis und Enophthalmus), ungewollter Gewichtsverlust sowie eine obere Einflußstauung deuten auf ein fortgeschrittenes Tumorstadium hin. Andere Neoplasien, wie Bronchialkarzinome und Metastasen extrathorakaler Tumoren können die gleiche Symptomatik verursachen, ebenso auch Ergüsse und entzündliche Prozesse. Häufig bestehen Pleuraergüsse unterschiedlichen Ausmasses. Im Gegensatz zum Bronchialkarzinom treten Fernmetastasen spät auf, so dass praktisch immer die Lokalsymptome auf das Pleuramesotheliom hinweisen.

Horner-Syndrom
Das Horner-Syndrom ist ein Symptomenkomplex aus Miosis, Ptosis und Enophthalmus. Das Horner-Syndrom entsteht üblicherweise durch Lähmung der durch den Sympathikus innervierten glatten Augenmuskulatur. Ursache beim Bronchialkarzinom bzw. Pleuramesotheliom sind Tumoren der oberen Thoraxapertur.

Miosis
Die Miosis tritt durch den Ausfall des sympathisch innervierten Musculus dilatator pupillae der Iris ein. Es tritt dadurch ein Dilatationsdefizit im Dunkeln auf.

Enophthalmus
Der Enophthalmus entsteht durch den Ausfall des sympathisch innervierten Musculus orbitalis auf. Es handelt sich dabei um glatte Muskulatur in der Periorbita, der äußeren Bindegewebshülle des Auges. Der Tonus dieses Muskels sorgt normalerweise dafür, dass das Auge leicht nach außen gedrückt wird. Diese Form des Enophthalmus ist, entgegen der bei Krämpfen der äußeren quergestreiften Augenmuskeln (Musculus retractor bulbi, Musculi recti bulbi), kaum sichtbar. Der scheinbare Enopthalmus bei Hornersyndrom wird vielmehr durch die Ptosis nur vorgetäuscht.

Ptosis
Die Ptosis ist durch den Ausfall des ebenfalls aus glatter Muskulatur bestehenden und sympathisch innervierten Musculus tarsalis bedingt. Dieser Muskel rafft am gesunden Auge das Augenlid in vertikaler Richtung.
Der eigentliche Hebermuskel des oberen Augenlids (Musculus levator palpebrae superioris) besteht aus quergestreifter Muskulatur und wird vom Nervus oculomotorius innerviert. Er ist daher von einem Hornersyndrom nicht betroffen und die Ptosis ist beim Horner-Syndrom geringer ausgeprägt als bei einem Ausfall des Nervus oculomotorius.