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Pleuramesotheliom - Symptomatische Therapie

Die therapeutischen Maßnahmen unterscheiden sich bei den unterschiedlichen histologischen Typen nicht.
 

Symptomatische Therapie
Die meisten Patienten sind primär inoperabel und können daher nur palliativ behandelt werden. Zur Behandlung gravierender Symptome kann im Einzelfall eine Chemotherapie sinnvoll sein, sofern diese gut verträglich ist. Auch wenn die Remissionsraten und die Langzeitergebnisse der verschiedenen Formen der Chemotherapie des Pleuramesothelioms enttäuschend sind, wurden in mehreren Studien immerhin palliative Wirkungen einer Chemotherapie z.B. mit Besserung von Beschwerden in bis zu 62% nachgewiesen. Selbst bei acht von 12 Patienten mit Tumorprogredienz und bei 16 von 26 Patienten mit No Change unter der Therapie besserte sich wenigstens ein Symptom. So können Schmerzen (79%), Husten (67%) und Dyspnoe (54%) zurückgehen und es kann in ca. 1/3 der Patienten eine Besserung des Allgemeinzustandes eintreten. Die symptomatische Besserung war unabhängig vom Performance-Status. Die subjektive Besserung stellte sich meist nach dem ersten Zyklus ein. Es fanden sich keine relevanten Unterschiede in der Dauer der Symptombesserung zwischen Respondern und Non-Respondern. Bei symptomatischen Patienten ohne internistische Begleiterkrankungen und mit hoher Motivation kann somit unter palliativen Aspekten eine Chemotherapie versucht werden.

Eine allgemein akzeptierte Standardtherapie steht bisher nicht zur Verfügung. Möglichst viele Patienten sollten daher im Rahmen von Studien behandelt werden. Im Einzelfall kann außerhalb von Studien eine Monotherapie mit Doxorubicin oder Cisplatin erwogen werden. Auch für Kombinationen aus z.B. Mitomycin C/Vinblastin, Doxorubicin/Ifosfamid oder Carboplatin/Vinorelbin) gilt im Allgemeinen die Forderung nach Durchführung als Studientherapie. Eine Fortsetzung der Chemotherapie über drei Zyklen hinaus sollte sich vorwiegend am subjektiven Nutzen für den Patienten und erst in zweiter Linie am Remissionsverhalten des Tumors orientieren. Allgemein wird empfohlen, bei Verdacht oder gesichertem Pleuramesotheliom möglichst wenig Punktionen oder Biopsien an verschiedenen Stellen des Thorax durchzuführen, da es hier zum Einwachsen des Tumors kommen kann. Rezidivierende Pleuraergüsse werden mit allen gängigen Formen der Pleurodese behandelt.
 

Therapiemöglichkeiten bei fortgeschrittenen Tumoren und Tumorrezidiven:

  • Pleurodese bei Ergüssen (z.B. mit Talkum)
  • Operative Pleurodese, partielle Pleurektomie und Exzision von Knoten zur Schmerzbehandlung bei geeigneten Stadien
  • Prophylaktische Bestrahlung der Punktions- oder Drainagestelle
  • Bei Schmerzen analgetische Therapie (WHO-Stufenschema)
  • Palliative Bestrahlung, z.B. bei Thoraxwandbefall bei symptomatischen Patienten mit Therapiewunsch
  • Eine palliative Chemotherapie kann in Einzelfällen gerechtfertigt sein. Diese Patienten sollten nach Möglichkeit in Studien aufgenommen